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HiNXi Pedia - Das Lexikon für Hunde- und Katzenfreunde

Was genau ist nun BARF?

Welche Methode ist nun die "echte" BARF-Methode?

Wer von sich behauptet zu wissen, wie "BARF richtig gut", oder wie man "richtig" BARFt der muss es wohl erfunden haben.

Wie wir in unserem vorangegangenen Beitrag "Was heisst eigentlich BARF?" bereits beschrieben haben, handelt es sich hierbei weder um eine eindeutige Begrifflichkeit, noch um eine eindeutige Methode Hunde, oder Katzen zu ernähren.

Es gibt unzählige Bücher und Broschüren zu diesem Thema, unendlich viele Foren, Theorien und Behauptungen.

Die einen versuchen in der Mahlzeit ein Beutetier abzubilden, die anderen wiederum versuchen Teile von Beutetiere als ganze Stücke zu füttern, die dritten wiederum sind der Meinung, dass BARFen zwar die natürlichste und gesündeste Form der Hunde- und Katzenernährung sei, diese aber ohne "Hilfsmittel" nicht umsetzbar wäre.

Als "Hilfsmittel" müssten dann unbedingt Supplemente, also Nahrungsergänzungsmittel zum Einsatz kommen, sonst würde der Hund, oder die Katze an Mangelerscheinungen elendiglich zugrunde gehen.

All das sind Theorien. All das sind Standpunkte und Sichtweisen.

Tatsache jedoch ist, dass es wenig Sinn macht aus der Hundeernährung eine Religion zu machen, oder eine Pseudowissenschaft, denn am Ende des Tages ist es weniger kompliziert als man denkt.

 


Das einzig "richtige" BARF gibt es nicht!

Wie bereits besprochen: BARF ist kein eindeutig definierter Begriff

Führen wir "BARF" auf seine Grundidee, auf den Kern der Idee zurück.

Es geht um - vor allem - Hundeernährung.

In einer Welt, in der wir Menschen selbst begonnen haben uns wieder um unsere eigene Ernährung Gedanken zu machen ist es sehr naheliegend, dass wir diese Gedanken auch auf unsere Haustiere übertragen und uns die Frage stellen:

Wenn wir für uns zur Ansicht gekommen sind, dass unsere Ernährung einen Wesentlichen Bestandteil unsere Gesundheit ausmacht und unseres Wohlbefindens, warum dann nicht auch bei unseren Haustieren?

Legt man "BARF" diesen Gedankengang zu Grunde, dann führt die logische Konsequenz zur Erkenntnis, dass Gesundheit und Wohlbefinden durch Ernährung mit zwei Feststellungen untrennbar verbunden sein muss:

Feststellung 1: Wer oder was soll (gesund) ernährt werden?

Feststellung 2: Womit kann man diese gesunde Ernährung sicher stellen?

Bei der Beantwortung dieser beiden Fragen kann es sehr leicht passieren, dass man anstelle von vernünftigen Schlussfolgerungen in ideologische  Gedankengänge abrutscht.

Das Resultat sind dann weniger hilfreiche Erkenntnisse, die nur noch wenig mit der Fragestellung der Hundeernährung zu tun haben, sondern vielmehr den "die neue Wahrhaftigkeit predigenden" Menschen in den Mittelpunkt stellen und nicht mehr den Hund.

 


BARF - oder - Die Verwirrung rund um den Futternapf

Ideologien, wie gesagt, verwirrt mehr, als sie helfen.

Wenn man BARF als Akronym der Worte "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" interpretiert, dann ist Indologie vorprogrammiert und eine nüchterne Herangehensweise an die Problematik mit dem Futternapf kaum mehr möglich.

Biologisch: nun -  ausschließlich "Bio" zu füttern wird wahrscheinlich kaum leistbar und wahrscheinlich auch irgendwann eine ethische Frage sein, die kaum zu beantworten ist.

Artgerecht: Die Art ist HUND und nicht WOLF (Canoide und nicht Lupoide).

Ja, der Hund stammt - wissenschaftlich erwiesen und genetische analysiert - vom Wolf ab. Er ist aber keiner.

Biologisch Artgerecht: vielleicht wird aus beiden Worten zusammen ein "Schuh"?

Auch nicht wirklich, denn biologisch ist der Hund ein Hund und artgerecht ist immer noch "den Hund" artgerecht zu Ernährern und nicht den Hund nach "Art des Wolfes" zu ernähren.

Roh und Futter ist relativ eindeutig.

Zusammenfassend:

Orientieren wir uns an der Ernährung des Wolfes, würden wir davon ausgehen, dass der Zeitpunkt der Aufnahme von Fleisch, Knochen, Bindegewebe, Beeren, Gräsern, etc. völlig irrelevant ist, denn der Wolf frisst, was da ist und geht nicht zum Kühlschrank und auch nicht in den Supermarkt und besorgt sich auch kein Lachsöl, Leinöl und kein grünlippiges Muschelextrakt, oder Eierschalenpulver im Reformhaus.

Der Organismus des Wolfes ist also dahingehend optimiert über einen sehr langen Zeitraum (im Winter gibt es keine Gräser und Beeren und das Jagdglück ist auch manchmal ein "Vogerl") mit dem auszukommen, was gerade verfügbar ist, ohne an Mangelerscheinungen elendiglich zugrunde zu gehen.

Orientieren wir uns am Hund, also am vor 20.000 Jahren "domestizierten Wolf", der seit diesem Zeitraum seine Nahrung nicht mehr im Rudel jagt und erlegt, sondern mehr oder weniger seine Nahrung durch den Menschen dargeboten bekommt, sieht es wieder ein wenig anders aus.

Egal: Die Lösung um wieder "Klarheit" ins Futternapfsystem zu bringen ist relativ einfach.


Die Anatomie des Hundes kann Aufschluss geben

Betrachtet man den Weg der Hundemahlzeit durch den Hund, dann kann das relativ hilfreich sein.

Das Hundemaul, der Hundemund:

Der Hund hat Lefzen und keine Backen. Das bedeutet, selbst wenn wir uns es wünschen würden, dass der Hund seine Mahlzeit kaut, er könnte die zerkaute und eingespeichelte Nahrung nicht im Maul (im Mund) behalten. Sie würde ob der Lefzen zwangsläufig herausrinnen.

Der Hund hat ein starres Unterkiefer. Mahlende Kaubewegungen, die zum zerkleinern von Mahlzeitsstücken nötig wären sind daher nicht möglich.

Der Hund hat Reiß- bzw. Fangzähne und im seitlichen Kieferbereich Prämolaren und Moralen. Spitze "Backenzähne". Die Form dieser Zähne eignet sich absolut nicht zum Zermahlen von Nahrung. Das Hundegebiss ist also dafür ausgelegt, zu große Stücke in kleinere zu zerreissen um sie danach schlucken zu können.

 

Der Verdauungstrakt des Hundes:

Der Verdaungstrackt des Hundes ist im Vergleich zu dem eines Pflanzenfressers relativ kurz und eignet sich daher nicht Nahrung, die langer Zersetzungsdauer unterworfen ist um die gewünschten Inhaltsstoffe (Vitamine) zu exzerpieren.

Vitamine liegen im innern des Zellkerns. Der Zellkern besteht aus Zellulose. Zellulose kann vom Hund ob seines Verdauungstraktes nicht aufgespalten werden. Die Vitamin bleiben also im Zellkern und werden wieder ausgeschieden.

 

Anhand dieser beiden Beobachtungen kann man also folgende Schlüsse ziehen:

Der Hund ist weitgehend ein Karnivore - also Fleischfresser. Verdauungstrakt und Beisswerkzeug sind dafür ausgelegt.

Der Hund stammt vom Wolf ab. Der Wolf ernährt sich von Beutetieren (Zuführung von Protein, Fett als Energielieferant, Knochenmaterial als Calciumliefernat, Knorpelmasse und Bindegewebe als Collagenliefernat, Inneren und Blut als Mineralstoff- und Vitaminlieferant, von Mägen der Pflanzenfresser und deren Inhalt als Ballaststoff- und Vitaminlieferant und Lieferant für wertvolle Verdauungsenzyme, Beeren, Gräser u.Ä. sofern durch die Jahreszeit verfügbar.

Der Hund lebt seit 20.000 Jahren mit dem Menschen. Das bedeutet, seine Ernährung könnte sich angepasst haben. Könnte! Hat sie aber nicht so sehr, dass wir den Hund problemlos mit Tischabfällen ernähren könnten, denn unsere Gewürze verträgt er bis heute nicht.

Die Wahrheit wird also irgendwo dazwischen liegen. Zwischen Wolf und dem, was wir unter Tischabfällen verstehen.

Und genau das nennen wir HiNXen!

Vernünftig, gesund und ausgewogen Frischfleisch füttern!


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